SAP ECC (Enterprise Central Component) ist seit langem ein Eckpfeiler für Unternehmen und bietet ein robustes Framework zur Verwaltung von Unternehmensressourcen. Mit der technologischen Weiterentwicklung ändern sich jedoch auch die Bedürfnisse von Unternehmen. SAP S/4HANA ist die ERP-Lösung der nächsten Generation, die auf der fortschrittlichen In-Memory-Datenbank HANA aufbaut. Die Migration von SAP ECC auf SAP S/4HANA bietet erhebliche Vorteile in Bezug auf Geschwindigkeit, Echtzeit-Analysen und vereinfachte Datenmodelle.
Bedeutung der Migration angesichts der Einstellung der ECC-Unterstützung durch SAP bis 2027
Die Migration auf S/4HANA ist nicht nur eine Option, sondern eine Notwendigkeit für alle Unternehmen, die derzeit auf SAP ECC setzen. Da SAP den allgemeinen Support für ECC voraussichtlich 2027 einstellt, wird die Beibehaltung des alten Systems zunehmend riskant und kostspielig. Wer nach Ablauf dieser Frist bei ECC bleibt, verpasst wichtige Sicherheitsaktualisierungen und muss mit möglichen Compliance-Problemen rechnen. Darüber hinaus verlieren Sie den Zugang zu Innovationen und Support, was Ihre Fähigkeit einschränkt, sich an die veränderliche digitale Landschaft anzupassen. Durch die Migration auf S/4HANA stellen Sie Ihre Geschäftskontinuität sicher, erhalten Zugang zu wertvollen neuen Funktionen und positionieren Ihr Unternehmen für zukünftiges Wachstum und Erfolg im digitalen Zeitalter. Der Übergang zu S/4HANA ist eine Investition, die Ihren kontinuierlichen Geschäftsbetrieb gewährleistet und das volle Potenzial Ihres ERP-Systems freisetzt.
Vier Schritte zur Migration von SAP ECC auf S/4HANA

Die der S/4HANA-Migration läuft in 4 Schritten ab:
- Schritt 1: Eingewöhnung in SAP S/4HANA
- Schritt 2: Datenanalyse und Klassifizierung
- Schritt 3: Datenbereinigung
- Schritt 4: Bereitschaftsprüfung
Schritt 1: Eingewöhnung in SAP S/4HANA
Folgende Versionen von SAP S/4HANA stehen zur Verfügung:
- SAP S/4HANA Cloud, Public Edition
- SAP S/4HANA Cloud, Private Edition
- SAP S/4HANA On-Premises, Managed by SAP (HEC)
- SAP S/4HANA On-Premises
Schauen wir uns jede von ihnen einmal genauer an.
SAP S/4HANA Cloud, Public Edition
SAP S/4HANA Cloud, Public Edition ist eine vollständig verwaltete SaaS-Lösung, die sich ideal für Unternehmen eignet, die eine standardisierte und sofort einsatzbereite Lösung suchen. Mit schneller Bereitstellung und automatischen Updates bietet sie einen kostengünstigen Zugang zu den Kernfunktionen von S/4HANA. Bei dieser Option stehen Schnelligkeit und Einfachheit im Vordergrund, sodass sie sich gut für kleinere Unternehmen oder solche mit standardisierten Prozessen eignet.
SAP S/4HANA Cloud, Private Edition
SAP S/4HANA Cloud, Private Edition bietet eine dedizierte Cloud-Umgebung mit größerer Flexibilität und Kontrolle. Diese Option ermöglicht nicht nur Anpassungen und Erweiterungen, sondern profitiert gleichzeitig von Cloud-Vorteilen wie Skalierbarkeit und reduziertem IT-Aufwand. Sie richtet sich an Unternehmen mit besonderen Anforderungen sowie an diejenigen, die sich einen schrittweisen Ansatz für die Cloud-Einführung wünschen.
SAP S/4HANA On-Premises, Managed by SAP (HEC)
SAP S/4HANA On-Premise wird von SAP verwaltet und kombiniert die Vorteile einer On-Premise-Bereitstellung mit dem komfortablen Infrastruktur-Management durch SAP. Diese Option bietet maximale Kontrolle über Ihr System und entlastet Ihr IT-Team von Aufgaben der Infrastrukturverwaltung. Sie ist eine gute Wahl für Unternehmen mit strengen Anforderungen an die Datenspeicherung oder für solche, die sich einen umfangreichen Verwaltungsservice wünschen.
SAP S/4HANA On-Premises
SAP S/4HANA On-Premise bietet umfassende Kontrolle und Anpassungsmöglichkeiten, sodass Unternehmen das System auf ihre spezifischen Anforderungen zuschneiden und in ihre bestehende IT-Landschaft integrieren können. Diese Option ist ideal für große Unternehmen mit komplexen Anforderungen und einem erfahrenen internen IT-Team. Sie bietet ein Höchstmaß an Flexibilität, bringt aber auch eine größere Verantwortung für die Wartung und Aufrüstung des Systems mit sich.

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Auswahl der passenden Bereitstellung je nach Geschäftsanforderungen
Jede Art der Migration auf S/4HANA bringt ihre eigenen Vorteile und Überlegungen mit sich. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, eine gründliche Bewertung Ihrer geschäftlichen Anforderungen und Ziele vorzunehmen, um sicherzustellen, dass Sie den richtigen Migrationspfad auswählen, der Ihnen den schnellsten Nutzen mit den wenigsten Nachteilen bietet.
Wann empfiehlt sich SAP S/4HANA, Public Edition?
Wenn die Zeit bis zur Wertschöpfung für Ihr Unternehmen wichtig ist und Sie zudem Wert auf eine schnelle Bereitstellung, Kosteneffizienz und die Möglichkeit zur Nutzung von Standardverfahren legen, ist SAP S/4HANA, Public Edition aufgrund seines SaaS-Modells zur Entlastung interner IT-Ressourcen eine gute Wahl.
Der Nachteil dieser Version besteht darin, dass sie wahrscheinlich weniger gut funktioniert, wenn Ihr Unternehmen einzigartige oder komplexe Integrationen sowie sehr spezifische Anpassungen zur Unterstützung täglicher Arbeiten benötigt.
Wann empfiehlt sich S/4HANA Cloud, Private Edition?
Unternehmen, die ein Gleichgewicht zwischen den Vorteilen der Cloud und der Möglichkeit zur Anpassung an ihre geschäftlichen Anforderungen suchen, sind mit der SAP S/4HANA Cloud, Private Edition, Managed by SAP (HEC) gut bedient. Da es sich bei dieser Version um eine dedizierte Private-Cloud-Umgebung handelt, eignet sie sich gut für Unternehmen, die ihre Migrationen schrittweise durchführen und gleichzeitig moderate Anpassungen vornehmen möchten.
Wann empfiehlt sich SAP S/4HANA On-Premises, Managed by SAP?
Der Speicherort von Daten kann für einige regulierte Branchen ein besonders heikler Punkt bei der Migration sein. Für diese Unternehmen könnte sich SAP S/4HANA On-Premises, Managed by SAP als interessant erweisen. Diese Version bietet die Kontrolle einer On-Premises-Lösung, während die Expertise von SAP zur Verwaltung der zugrunde liegenden Infrastruktur genutzt wird und somit interne IT-Ressourcen für strategische Aufgaben freigesetzt werden.
Wann empfiehlt sich SAP S/4HANA On-Premises?
Für ultimative Kontrolle und Anpassung ermöglicht SAP S/4HANA On-Premises die Integration in die übrige IT-Infrastruktur und die Ausrichtung des Systems anhand der individuellen Anforderungen des Unternehmens. Der Nachteil besteht darin, dass Sie erfahrene SAP-spezifische IT-Experten benötigen, um die Umgebung für Upgrades und Systemwartung anzupassen und zu pflegen.
Schritt 2: Datenanalyse und Klassifizierung
Im Kontext der Migration auf SAP S/4HANA ist die Datenklassifizierung ein entscheidender Schritt, der die Kategorisierung Ihrer vorhandenen Daten auf Grundlage ihrer Verwendung und Bedeutung beinhaltet. Diese Kategorisierung umfasst in der Regel drei Klassifizierungen:

Hot Data
Hot Data („heiße Daten“) umfassen Ihre wichtigsten und am häufigsten abgerufenen Daten, die für den täglichen Betrieb und die Entscheidungsfindung in Echtzeit unerlässlich sind. Dazu gehören beispielsweise Transaktionsdaten, Stammdaten und alle Informationen, die für unmittelbare Geschäftsprozesse benötigt werden. Für optimale Leistung müssen diese Daten in Ihrem neuen S/4HANA-System sofort verfügbar sein.
Warm Data
Zu den „warmen Daten“ gehören solche, auf die weniger häufig zugegriffen wird, die aber dennoch für die Berichterstattung, Analyse und Prüfung von Bedeutung sind. Dazu gehören zum Beispiel historische Transaktionsdaten, frühere Finanzdaten oder Aufzeichnungen über ältere Kundeninteraktionen. Diese Daten werden zwar nicht für den täglichen Betrieb benötigt, müssen aber innerhalb eines angemessenen Zeitrahmens zugänglich sein.
Cold Data
„Kalte Daten“ sind Daten, auf die nur selten zugegriffen wird und die hauptsächlich aus Gründen der Archivierung oder Compliance aufbewahrt werden. Diese umfassen beispielsweise langfristige Audit-Trails, juristische Dokumente oder Daten aus Altsystemen. Sie muss zwar erhalten bleiben, aber die Zugriffsgeschwindigkeit ist weniger von Belang.
Warum Daten klassifizieren?
Die Klassifizierung Ihrer Daten ist aus mehreren Gründen wichtig. Zum einen ermöglicht sie Ihnen die Optimierung Ihres S/4HANA-Systems, indem Sie der Migration und Speicherung Ihrer wichtigsten Daten Priorität einräumen. Durch die Identifikation und Archivierung von „kalten Daten“ können Sie Ihren Datenbedarf im neuen System reduzieren. Dies verbessert die Leistung und senkt die Kosten. Zum anderen hilft Ihnen die Datenklassifizierung bei der Festlegung geeigneter Datenverwaltungsstrategien für jede Kategorie, um Datenintegrität, Sicherheit und Compliance zu gewährleisten.
Schritt 3: Datenbereinigung
Die Datenbereinigung ist eine kritische Phase bei jeder S/4HANA-Migration. Dadurch wird sichergestellt, dass Ihre Daten korrekt, einheitlich und für die neue Umgebung optimiert sind.
Schlüsselprozesse der Datenbereinigung
Folgende Prozesse sind zur Datenbereinigung für die Migration von SAP ECC auf S4 HANA am wichtigsten:
- Entfernung von Duplikaten
- Standardisierung
- Validierung
- Anreicherung
- Fehlerkorrektur
Schauen wir uns jeden dieser Prozesse einmal genauer an.
- Entfernung von Duplikaten: Dieser Prozess identifiziert und eliminiert doppelte Einträge in Ihrem Datensatz. Duplikate können zu Uneinheitlichkeit und Berichtsfehlern führen, sodass ihre Beseitigung die Datengenauigkeit gewährleistet und die Effizienz verbessert.
- Standardisierung: Die Datenstandardisierung gewährleistet die Einheitlichkeit von Datenformaten und -strukturen. Dies beinhaltet die Durchsetzung einheitlicher Namenskonventionen, Maßeinheiten und Datentypen für Ihren gesamten Datenbestand, was die Integration und Analyse erleichtert.
- Validierung: Die Datenvalidierung prüft die Richtigkeit und Vollständigkeit Ihrer Daten anhand vordefinierter Regeln und Einschränkungen. Dieser Prozess identifiziert ungültige Einträge sowie fehlende und uneinheitliche Werte, um dadurch sicherzustellen, dass Ihre Daten den Qualitätsstandards entsprechen.
- Anreicherung: Bei der Datenanreicherung wird Ihr bestehender Datensatz mit wertvollen Informationen ergänzt. Dies kann das Hinzufügen externer Datenquellen, das Ableiten neuer Attribute oder die Erweiterung vorhandener Daten mit mehr Kontext umfassen. Die Anreicherung erhöht die Qualität und Tiefe Ihrer Daten für bessere Analysen und Entscheidungen.
- Fehlerkorrektur: Dieser Prozess konzentriert sich auf die Berichtigung festgestellter Fehler in Ihren Daten. Dies kann die Korrektur von Tippfehlern, Unstimmigkeiten oder Ungenauigkeiten beinhalten, um die Integrität und Zuverlässigkeit der Daten zu gewährleisten.
So funktioniert die Datenbereinigung
Bei jeder S/4HANA-Migration ist die Datenbereinigung unerlässlich, um die Genauigkeit, Einheitlichkeit und Optimierung von Daten für die neue Umgebung sicherzustellen. Es geht darum, Ungenauigkeiten und Unstimmigkeiten zu ermitteln und zu korrigieren sowie die Qualität und Zuverlässigkeit der Daten zu verbessern. Dieser vielschichtige Ansatz kombiniert automatisierte Tools mit manuellem Aufwand, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Der Prozess gewährleistet, dass Ihre Daten für die Migration zu Ihrem neuen S/4HANA-System bereit sind.
- Datenprofilierung: Dies ist die erste Analysephase. Tools zur Datenprofilierung untersuchen Ihre Daten, um Muster und potenzielle Fehler zu erkennen. Sie bieten Einblicke in die Datenqualität, indem sie Bereiche hervorheben, die Aufmerksamkeit erfordern, wie etwa ungültige Datentypen sowie fehlende oder uneinheitliche Werte. Dieser Schritt hilft Ihnen, den Umfang und die Art der erforderlichen Datenbereinigung zu verstehen.
- Automatisierte Bereinigung: Hierbei werden Software-Tools eingesetzt, um einen großen Teil des Reinigungsprozesses zu automatisieren. Diese Tools können gängige Fehler wie Duplikate, ungültige Formate und fehlende Werte anhand vordefinierter Regeln erkennen und korrigieren. Insbesondere bei großen Datenmengen erhöht die Automatisierung sowohl die Effizienz als auch die Genauigkeit.
- Manuelle Überprüfung: Viele Aufgaben der Datenbereinigung lassen sich automatisieren, aber einige erfordern menschliches Eingreifen. Bei der manuellen Überprüfung werden Daten untersucht, die von automatischen Tools als potenziell problematisch eingestuft wurden. Dies ermöglicht eine differenziertere Bewertung und Korrektur komplexer Fehler und gewährleistet die Genauigkeit und Vollständigkeit der Daten.
SAP-Tools für die Datenbereinigung
SAP stellt Ihnen leistungsstarke Tools zur Verfügung, um den Prozess der Datenbereinigung während Ihrer S/4HANA-Migration zu rationalisieren und zu optimieren. Dabei stechen zwei Lösungen hervor:
- SAP Data Services: Diese umfassende Datenintegrationsplattform ermöglicht es Ihnen, Daten aus verschiedenen Quellen zu extrahieren, umzuwandeln und zu laden. Sie bietet robuste Funktionen zur Datenbereinigung, einschließlich Profilerstellung, Standardisierung, Validierung und Anreicherung. Mit SAP Data Services können Sie einen Großteil des Bereinigungsprozesses automatisieren und so die Genauigkeit und Einheitlichkeit Ihrer Daten vor der Migration auf S/4HANA sicherstellen.
- SAP Information Steward: Dieses Tool konzentriert sich auf die Bewertung und Überwachung der Datenqualität. Es bietet eine zentralisierte Plattform zur Einrichtung von Datenprofilen, die Entwicklung von Regeln und die Erstellung von Datenqualitäts-Scorecards. SAP Information Steward hilft Ihnen, Ihre Datenlandschaft zu verstehen, Probleme mit der Datenqualität zu erkennen und Verbesserungen im Laufe der Zeit nachzuvollziehen. Dies gewährleistet, dass Ihre Daten die erforderlichen Standards für eine erfolgreiche S/4HANA-Migration erfüllen.
Schritt 4: Bereitschaftsprüfung
Der SAP Readiness Check ist ein entscheidender Schritt der S/4HANA-Migration. Er beinhaltet eine umfassende Gesundheitsprüfung Ihres bestehenden SAP-ECC-Systems, die Erkenntnisse und Empfehlungen für einen reibungslosen und erfolgreichen Übergang liefert. Zudem analysiert er Ihre aktuelle Systemlandschaft, identifiziert mögliche Hindernisse und hilft Ihnen bei der effektiven Planung Ihrer Migrationsstrategie.
Die Bereitschaftsprüfung beinhaltet die folgenden Schritte:
Systemanalyse
Dieser erste Schritt verschafft Ihnen einen umfassenden Überblick über Ihr aktuelles SAP ECC-System, einschließlich seiner Version, Komponenten und Nutzungsmuster. Er bewertet die Kompatibilität Ihres bestehenden Systems mit S/4HANA und identifiziert mögliche technische Herausforderungen.
Identifizierung von Aspekten zur Vereinfachung
S/4HANA führt vereinfachte Datenmodelle und Prozesse ein. In diesem Schritt wird ermittelt, welche Funktionalitäten in Ihrem derzeitigen System von diesen Vereinfachungen betroffen sind. Dabei werden Bereiche hervorgehoben, die Anpassungen oder potenzielle Umstrukturierungen erfordern, um den bewährten Verfahren für S/4HANA zu entsprechen.
Benutzerdefinierte сodeanalyse
In diesem Schritt werden Ihr benutzerdefinierter Code analysiert und eventuelle Kompatibilitätsprobleme mit S/4HANA identifiziert. Dies hilft Ihnen, das Ausmaß der erforderlichen Codeanpassung zu verstehen und die Prioritäten der Abhilfemaßnahmen festzulegen.
Verwaltung des Datenvolumens
Bei der Migration auf S/4HANA werden oft große Datenmengen übertragen. In diesem Schritt wird Ihr Datenbestand analysiert und es werden Empfehlungen für die Datenbereinigung, Archivierung und Optimierung ausgesprochen. Dies trägt dazu bei, den Aufwand für die Datenmigration zu verringern und eine optimale Leistung im neuen System zu gewährleisten.
Analyse der Geschäftsprozesse
In diesem Schritt werden Ihre aktuellen Geschäftsprozesse analysiert und Bereiche identifiziert, die mit S/4HANA optimiert werden können. Dabei erhalten Sie Einblicke in potenzielle Prozessverbesserungen und erfahren, wie Sie die neuen Funktionen von S/4HANA zur Steigerung von Effizienz und Innovation nutzen können.
Was muss bei der Migration von SAP ECC auf SAP S/4HANA beachtet werden?
SAP ECC (Enterprise Central Component) blickt auf eine lange Geschichte zurück und hat sich im Laufe der Jahrzehnte zu einer der wichtigsten ERP-Lösungen für Unternehmen auf der ganzen Welt entwickelt.

- 1972: Fünf ehemalige Mitarbeiter von IBM gründen SAP in Deutschland, zunächst unter dem Namen „System Analysis Program Development“. Ihre Vision besteht darin, standardisierte Software für die Geschäftsabwicklung in Echtzeit zu entwickeln.
- 1979: Mit SAP R/2 wird ein Mainframe-basiertes ERP-System eingeführt, das sich in großen Unternehmen durchsetzt.
- 1992: SAP R/3 wird eingeführt und markiert einen bedeutenden Wandel hin zur Client-Server-Architektur. Dies ermöglicht eine breitere Akzeptanz und schafft die Voraussetzungen für die weltweite Dominanz von SAP auf dem ERP-Markt.
- Anfang der 2000er Jahre: SAP erweitert R/3 ständig um neue Funktionen und Module, die unterschiedlichen Branchenanforderungen gerecht werden.
- 2004: SAP ECC 5.0 wird eingeführt und stellt eine bedeutende Weiterentwicklung des ERP-Systems dar. ECC steht für ERP Central Component. Es bietet erweiterte Funktionen, verbesserte Integration und eine benutzerfreundlichere Oberfläche.
- 2006: Mit der Veröffentlichung von SAP ECC 6.0 werden die Leistung und Funktionalitäten weiter verbessert. Im Laufe der Zeit wird dies die am weitesten verbreitete Version von SAP ECC.
Mehr als ein Jahrzehnt lang diente SAP ECC 6.0 als zuverlässiges System für Unternehmen weltweit. Mit dem Aufkommen neuer Technologien und den sich wandelnden Geschäftsanforderungen führte SAP jedoch 2015 die nächste Generation der ERP-Lösung S/4HANA ein. Zwar ist ECC nach wie vor ein robustes System, aber die reguläre Wartung läuft 2027 aus. Demzufolge steigen immer mehr Unternehmen auf S/4HANA um.
Hauptunterschiede zwischen SAP ECC und SAP S/4HANA
Während SAP ECC schon seit vielen Jahren ein zuverlässiges ERP-System ist, stellt SAP S/4HANA einen bedeutenden Sprung nach vorne dar. Hier ist eine Übersicht der wichtigsten Unterschiede:
| Bereich | SAP ECC | SAP S/4 HANA |
| Datenbank | Läuft auf verschiedenen Datenbanken (Oracle, IBM DB2 usw.) | Läuft ausschließlich auf SAP HANA, einer In-Memory-Datenbank. Dies ermöglicht eine schnellere Datenverarbeitung, Analysen in Echtzeit und ein vereinfachtes Datenmodell. |
| Architektur | Traditionelle Architektur mit getrennten Modulen und Datenbanken | Vereinfachte Architektur mit einem vereinheitlichten Datenmodell und weniger Tabellen. Dies führt zu erhöhter Leistung und einer einfacheren Integration. |
| Benutzeroberfläche | Verwendet in erster Linie SAP GUI, eine transaktionsbasierte Schnittstelle | Nutzt SAP Fiori, eine moderne, benutzerfreundliche Oberfläche mit rollenbasierten Dashboards und mobilem Zugriff. |
| Funktionsweise | Bietet eine breite Palette von Funktionen, kann aber komplex sein und Anpassungen erfordern. | Bietet gestraffte und optimierte Prozesse mit eingebetteter Analytik und Innovationen wie KI/ML-Funktionen. |
| Geschäftsabläufe | Unterstützt traditionelle Geschäftsabläufe | Ermöglicht neue und innovative Geschäftsabläufe mit Einblicken in Echtzeit und Automatisierung. |
| Bereitstellung | In erster Linie eine On-Premises-Lösung | Bietet flexible Bereitstellungsoptionen, einschließlich On-Premises-, Cloud- und Hybridlösungen. |
Strategien für die Migration von SAP ECC auf SAP S/4HANA
Die Wahl der richtigen Migrationsstrategie ist eine wichtige Entscheidung bei der Umstellung von SAP ECC auf SAP S/4HANA. Jede der möglichen Migrationsstrategien bietet unterschiedliche Vorteile und Überlegungen. Im Folgenden befassen wir uns mit den drei Optionen für die Migration von SAP ECC auf S/4HANA:
- Greenfield-Migration
- Brownfield-Migration
- Hybride Migration
Greenfield-Migration
Bei der Greenfield-Migration wird ein brandneues S/4HANA-System implementiert und es werden nur die relevanten Daten aus Ihrem bestehenden ECC-System migriert. Das ist ungefähr so, als würden Sie ein neues Haus bauen, anstatt ein altes zu renovieren. Dieser Ansatz ermöglicht es Ihnen, Prozesse neu zu gestalten, bewährte Verfahren zu übernehmen und mit einem sauberen, optimierten System zu beginnen. Die Greenfield-Migration ist ideal für Unternehmen, die sich eine tiefgreifende Veränderung mit der Möglichkeit zur Rationalisierung ihrer Abläufe wünschen.
Brownfield-Migration
Hierbei handelt es sich um eine Systemumstellung. Eine Brownfield-Migration beinhaltet ein technisches Upgrade Ihres bestehenden ECC-Systems auf S/4HANA. Dieser Ansatz ist im Allgemeinen schneller und weniger disruptiv als eine Greenfield-Migration, aber die Anpassung von benutzerdefiniertem Code und Prozessen an S/4HANA kann mehr Aufwand erfordern. Somit eignet sich eine Brownfield-Migration für Unternehmen, die eine schnellere Umstellung mit minimaler Unterbrechung bestehender Prozesse anstreben.
Hybride Migration
Dies ist ein selektiver Ansatz. Eine hybride Migration kombiniert Elemente der Greenfield- und Brownfield-Migration. Dabei wird ein neues S/4HANA-System implementiert, während bestimmte Komponenten oder Prozesse aus Ihrem bestehenden ECC-System selektiv migriert werden. Dadurch können Sie kritische Funktionen nach Prioritäten ordnen und einen stufenweisen Migrationsansatz verfolgen. Dies ist eine gute Option für Unternehmen mit komplexen Landschaften oder für solche, die ein Gleichgewicht zwischen Transformation und Kontinuität suchen.
Die wichtigsten Schritte bei der Umstellung von SAP ECC auf S/4HANA
Überlegungen vor der Umstellung
Die Migration von SAP ECC auf SAP S/4HANA erfordert eine genaue Analyse der zugrunde liegenden Technologien, die derzeit in der SAP-ECC-Umgebung verwendet werden, um eine saubere Migration mit wenig Nacharbeit zu gewährleisten. Dies beginnt mit der Bewertung der Konformität mit Unicode, der Fähigkeit, Daten zu migrieren, der Bewertung des Kundencodes und der Optimierung Ihrer Geschäftsprozesse.
Bewertung der aktuellen SAP-ECC-Landschaft
Um den Zustand Ihrer ECC-Landschaft richtig einschätzen zu können, müssen Sie zunächst sicherstellen, dass Ihr System Unicode-kompatibel ist und somit verschiedene Sprachen und Zeichensätze verarbeiten kann. Außerdem müssen Sie dafür sorgen, dass Ihre Datenbank für die Migration von SAP ECC zu SAP S/4HANA geeignet ist, da diese auf einer eigenen In-Memory-Datenbank läuft.
Viele Unternehmen sehen sich gezwungen, benutzerdefinierten Code zu erstellen, um ihren Code auf ihre Geschäftsprozesse abzustimmen. Auch dieser Code muss überprüft werden, um festzustellen, ob er aus Kompatibilitätsgründen angepasst werden muss. Die für die Migration von SAP ECC auf SAP S/4HANA verwendeten Hardware- und Netzwerkkonfigurationen erfordern möglicherweise ebenfalls Upgrades oder Patches.
Fit-Gap-Analyse
Sobald die Bewertung der aktuellen Landschaft abgeschlossen ist, muss eine Fit-Gap-Analyse zwischen Ihrer ECC- und Ihrer S/4HANA-Umgebung durchgeführt werden. Bei einer Fit-Gap-Analyse wird grundsätzlich nach Diskrepanzen oder Lücken zwischen Ihrem derzeitigen und Ihrem Zielsystem gesucht. Darüber hinaus werden Bereiche ermittelt, die miteinander übereinstimmen.
Die Fit-Gap-Analyse liefert Aufschluss darüber, welche Umstellungsstrategie für Ihre Bedürfnisse am besten geeignet ist, also Greenfield, Brownfield oder eine selektive Datenübernahme. Anschließend können Sie entscheiden, ob Sie standardmäßige S/4HANA-Prozesse verwenden oder bestehende Prozesse umgestalten möchten.
Zu berücksichtigen sind dabei der Umfang der Geschäftsbereiche und -prozesse, die in die Analyse einbezogen werden sollen, die Identifizierung technischer Elemente wie benutzerdefinierter Code und Integrationen sowie die Festlegung klarer Ziele für die Analyse und die Übergabe der Analyseergebnisse. Ohne Fit-Gap-Analyse kann es zu unerwarteten Problemen, Budgetüberschreitungen und Fehlern bei der Implementierung kommen.
Software Upgrade Manager (SUM)
Der SAP Software Upgrade Manager ist ein von SAP bereitgestelltes Mehrzwecktool, das einige Vorbereitungen erledigt, damit die Umstellung von SAP ECC reibungslos verläuft. Eine große Herausforderung für viele SAP-Kunden ist der Rückstau an Patches, die angewendet werden müssen. Dabei kann es sich um Support- oder Erweiterungspatches handeln, die Ihr ECC-System zunächst auf den aktuellen Stand bringen, um anschließend eine erfolgreiche Umwandlung durchführen zu können. Der SUM hilft Ihnen beim Upgrade Ihres ECC-Systems auf eine höhere Version.
Sobald das ECC-System vorbereitet ist, kann der SUM für die Migration von Daten aus einer herkömmlichen Legacy-Datenbank zur neuen In-Memory-Datenbank von SAP HANA verwendet werden. Während des Upgrades sucht der SUM zudem nach Elementen, die sich vereinfachen lassen, und identifiziert Funktionalitäten, die während der Umwandlung angepasst werden müssen.
Der SUM ist ein wichtiges Tool für die technischen Elemente, die für eine Brownfield-Konvertierung von SAP ECC zu SAP S/4HANA erforderlich sind. Er rationalisiert das Software-Upgrade, die Datenbankmigration und alle Anpassungen, die zwischen beiden Systemen vorgenommen werden müssen.
Umstellungsprozess
Nachdem Sie Ihre Migrationsstrategie definiert und die Daten bereinigt haben, müssen Sie sich überlegen, wie Ihr neues S/4HANA-System eingerichtet werden soll. Dazu gibt es zwei primäre Bereitstellungsoptionen, die jeweils ihre eigenen Vorteile und Überlegungen mit sich bringen:
Technische Umstellungsphase
Der erste Ansatz ist eine Bereitstellung in mehreren Phasen. Dieser Ansatz beinhaltet die schrittweise Einführung von S/4HANA, beginnend mit bestimmten Modulen oder Geschäftsbereichen. Es werden also verschiedene Bereiche Ihres Unternehmens nacheinander auf das neue System umgestellt. Dies ermöglicht einen kontrollierteren Übergang und minimiert Betriebsunterbrechungen. Zudem erlaubt dieser Ansatz parallele Lernprozesse und Anpassungen, wobei jede Phase auf dem erfolgreichen Abschluss der vorhergehenden aufbaut. Große Unternehmen mit komplexen Landschaften oder solche, die Ihr Risiko minimieren wollen, bevorzugen häufig eine schrittweise Bereitstellung.
Der zweite Ansatz ist eine vollständige Bereitstellung, bei der Sie Ihr gesamtes Unternehmen auf einmal auf S/4HANA umstellen. Dadurch erfolgt die Umstellung schneller und Sie können die Vorteile des neuen Systems in Ihrem gesamten Unternehmen gleichzeitig nutzen. Allerdings bedarf es einer sorgfältigen Planung und Koordinierung, um den reibungslos Ablauf aller Vorgänge zu gewährleisten. Vollständige Bereitstellungen werden oft von kleineren Unternehmen oder solchen mit weniger komplexen Systemen bevorzugt, bei denen eine schnellere Umstellung erwünscht ist.
Anpassung von benutzerdefiniertem Code und Strategien für die Datenmigration
Bei der Migration von SAP ECC auf SAP S/4HANA müssen Sie jeden benutzerdefinierten Code anpassen, den Sie derzeit in Ihrer ECC-Umgebung verwenden. Nur so können Sie gewährleisten, dass Ihr Code mit dem vereinfachten Datenmodell und den erweiterten Funktionen von S/4HANA kompatibel ist. Diesbezüglich müssen Sie sich darüber im Klaren sein, dass ein Teil des benutzerdefinierten Codes nicht migriert werden kann und dass Sie für solche Fälle einen nach Prioritäten geordneten Plan zur Schadensbegrenzung benötigen.
Die SAP-Datenmigration kann schwierig sein und hängt von verschiedenen Faktoren ab: Wie umfangreich ist die Datenmenge und wie einheitlich sind die Daten? Wie kritisch sind Ihre Daten für den Geschäftsbetrieb und welchen zeitlichen oder finanziellen Einschränkungen unterliegt die Datenmigration?
Sobald diese Fragen beantwortet sind, können Sie sich für eine selektive Datenmigration entscheiden, bei der Sie nur die tatsächlich benötigten Daten migrieren, eine Migration aller historischer Daten vornehmen, oder eine schrittweise Datenmigration durchführen, bei der Sie mit den kritischsten Daten beginnen und alles Daten nach Bedarf stapelweise übertragen.
Aktivitäten nach der Umstellung
Testphasen: Funktionalität, Leistung, Sicherheit und Benutzerakzeptanz
Sie sollten unbedingt das Feedback von Benutzern einholen, um zu verstehen, wie gut Ihr neues System den Geschäftsanforderungen und den Erwartungen der Benutzer entspricht. Greifen Sie dazu auf Umfragen, Interviews und Benutzergruppen zurück. Dadurch erhalten Sie wertvolle Einblicke in die Benutzerzufriedenheit und können Probleme sowie Bereiche mit Verbesserungsbedarf identifizieren. Das Feedback hilft Ihnen dabei, Ihr S/4HANA-System besser auf die Bedürfnisse der Benutzer abzustimmen, die Akzeptanz zu erhöhen und den Wert Ihrer Investition zu maximieren.
Durch die Kombination von Leistungsüberwachung und Benutzerfeedback erhalten Sie einen ganzheitlichen Überblick über Ihre S/4HANA-Implementierung. So können Sie datengestützte Entscheidungen treffen, die Systemleistung optimieren und sicherstellen, dass Ihr S/4HANA-System das Versprechen von Innovation, Effizienz und Geschäftswachstum einlöst.
Umstellungsplan und Vorbereitung der Inbetriebnahme
Die Planungen für Umstellung und Inbetriebnahme sind die wichtigsten Schritte auf dem Weg zur Migration von SAP ECC auf SAP S/4HANA. Sie benötigen eine sehr detaillierte Abfolge, in der alle Aufgaben, Zuständigkeiten und Abhängigkeiten für den Umstellungszeitraum erläutert werden. Falls während der Umstellung kritische Probleme auftreten, benötigen Sie außerdem eine Rollback-Strategie, mit der Sie bei Bedarf zum Altsystem zurückkehren können, um Betriebsunterbrechungen zu vermeiden.
Gute Kommunikation und ein Plan für die enge Betreuung von Benutzern unmittelbar nach der Inbetriebnahme verringern Frustrationen und fördern die Akzeptanz des neuen Systems. Durch die Nachverfolgung von Problemen und die Erstellung von Berichten zur Problemlösung geben Sie Ihren Benutzern das Gefühl, mit ihren Sorgen und Bedürfnissen Gehör zu finden.
Überwachung und kontinuierliche Verbesserung
Um die optimale Funktion Ihres S/4HANA-Systems sicherzustellen, müssen Sie die Systemleistung im Auge behalten. Dazu gehört die Überwachung wichtiger Kennzahlen wie Systembetriebszeit, Reaktionszeiten und Ressourcennutzung. Die Überwachung dieser Kennzahlen kann dazu führen, dass potenzielle Engpässe erkannt und Leistungsprobleme proaktiv angegangen werden sowie und ein reibungsloses und effizientes Benutzererlebnis gewährleistet wird. Die Leistungsüberwachung hilft Ihnen dabei, die Systemstabilität aufrechtzuerhalten, Unterbrechungen zu vermeiden und Ihre S/4HANA-Investition zu optimieren.
Kontinuierliche Überwachung und Systemverbesserungen
SAP bietet mehrere Überwachungstools, die bei der Leistungsüberwachung nach der Implementierung behilflich sind. Dazu gehört der SAP Solution Manager, der KPIs wie Reaktionszeiten, CPU-Auslastung, Speichernutzung und Datenbankleistung überwacht.
Das SAP Security Audit Log geht über die Überwachung der Performance-Sicherheit hinaus und erkennt verdächtige Aktivitäten wie unberechtigte Zugriffsversuche. Die Implementierung von Pathlock Cloud hilft bei der Überwachung der Benutzerzugriffsverwaltung und stellt sicher, dass Konflikte bei der Separation of Duties minimiert werden.
SAP stellt regelmäßig (wöchentlich oder monatlich) wichtige Updates, Sicherheitspatches und Support-Pakete bereit, die jederzeit angewendet werden sollten.
Wenn Sie S/4HANA Cloud verwenden, haben Sie den Vorteil, das SAP automatisch vierteljährliche oder halbjährliche Updates durchführt.
Strategische Iteration und Nutzung der erweiterten S/4HANA-Funktionen
Um den größtmöglichen Nutzen aus Ihrer S/4HANA-Umstellung zu ziehen, sollten Sie Ihr System regelmäßig auf Störfälle, Probleme und Änderungen überprüfen, um in Ihren Überwachungs-, Wartungs- und Erweiterungsprozessen alle Bereiche mit Verbesserungspotenzial zu identifizieren.
Automatisieren Sie Routineaufgaben wie die Systemüberwachung, Backups und die Anwendung von Updates, um die Effizienz zu steigern und das Risiko menschlicher Fehler zu verringern.
Halten Sie sich über die neuesten SAP-Technologien, bewährte Verfahren und Branchentrends auf dem Laufenden, damit Ihr S/4HANA-System jederzeit sicher, effizient und auf Ihre Geschäftsanforderungen abgestimmt bleibt.
Nutzen Sie die SAP-Supportdienste, Communitys und Benutzergruppen, um informiert zu bleiben und bei Bedarf Hilfe zu erhalten.
Fazit
Die Migration auf SAP S/4HANA ist eine umfangreiche Aufgabe, die jedoch mit strategischer Planung und Ausführung eine gewinnbringende Transformation für Ihr Unternehmen bedeuten kann. Durch einen strukturierten Ansatz und den Einsatz der richtigen Tools und Strategien können Sie das volle Potenzial von S/4HANA ausschöpfen und dadurch Innovation, Effizienz und Wachstum fördern.
Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse
- Das Warum verstehen: Erkennen Sie die zwingenden Gründe für eine Migration, die von gesteigerter Effizienz und Erkenntnissen in Echtzeit bis zur Zukunftssicherheit Ihres Unternehmens im digitalen Zeitalter reichen.
- Daten als Grundlage nutzen: Priorisieren Sie die Datenanalyse und -bereinigung, um einen reibungslosen Übergang und eine optimale Leistung Ihres neuen S/4HANA-Systems zu gewährleisten.
- Systembereitschaft prüfen: Nutzen Sie den SAP Readiness Check, um sich ein klares Bild von Ihrer aktuellen Landschaft zu machen und mögliche Herausforderungen frühzeitig zu erkennen.
- Die richtige Methode auswählen: Wählen Sie die Migrationsstrategie aus, die am besten zu Ihren Unternehmenszielen und Ressourcen passt, egal ob Greenfield, Brownfield oder Hybrid.
- SAP-Tools nutzen: Nutzen Sie SAP Data Services und SAP Information Steward, um Ihre Datenbereinigung und -migration zu optimieren.
- Für die Zukunft planen: Betrachten Sie die Migration als Chance, nicht nur Ihre Technologie aufzurüsten, sondern auch Ihre Geschäftsprozesse zu optimieren und Innovationen voranzubringen.
Die Migration von SAP ECC auf SAP S/4HANA ist eine Investition in die Zukunft Ihres Unternehmens. Indem Sie diesen Wandel in Angriff nehmen, positionieren Sie Ihr Unternehmen für den Erfolg im digitalen Zeitalter und darüber hinaus.
Häufig gestellte Fragen
Welche Möglichkeiten gibt es, von SAP ECC auf S/4HANA zu migrieren?
Die wichtigsten Ansätze für den Wechsel von SAP ECC zu S/4HANA sind:
Neue Implementierung (Greenfield)
- Was es ist: Ein kompletter Neuanfang mit einem brandneuen S/4HANA-System. Sie migrieren selektiv nur die Daten, die Sie tatsächlich aus Ihrem ECC benötigen, und lassen Altdaten und benutzerdefinierte Anpassungen zurück.
- Vorteile: Neuanfang, Chance zur Umgestaltung von Prozessen, Übernahme bewährter Verfahren, vereinfachte Systemlandschaft.
- Nachteile: Am zeit- und ressourcenintensivsten, erfordert erheblichen Aufwand bei der Konfiguration des neuen Systems.
- Am besten geeignet für: Unternehmen, die eine vollständige Umgestaltung ihres Geschäfts anstreben und bereit sind, Zeit und Ressourcen für einen Neuanfang zu investieren.
Systemumstellung (Brownfield)
- Was es ist: Technisches Upgrade Ihres bestehenden ECC-Systems auf S/4HANA. Sie behalten Ihre bestehende Konfiguration und Daten bei, wandeln sie jedoch technisch um.
- Vorteile: Schneller und potenziell kostengünstiger als Greenfield, nur minimale Unterbrechungen bestehender Prozesse.
- Nachteile: Möglicherweise ist ein erheblicher Aufwand für die Anpassung des benutzerdefinierten Codes erforderlich. Außerdem bestehen weniger Möglichkeiten für eine Neugestaltung von Prozessen.
- Am besten geeignet für: Unternehmen, die eine schnellere Umstellung mit minimalen Unterbrechungen wünschen oder stark angepasste ECC-Systeme verwenden.
Selektiver Datenübergang (Hybrid)
- Was es ist: Eine Kombination aus Greenfield und Brownfield. Sie implementieren ein neues S/4HANA-System, migrieren aber selektiv nur bestimmte Komponenten oder Daten aus dem ECC-System.
- Vorteile: Bietet Flexibilität, ermöglicht einen schrittweisen Ansatz und schafft ein Gleichgewicht zwischen Wandel und Kontinuität.
- Nachteile: Die Verwaltung kann komplex sein und erfordert sorgfältige Planung und Koordination.
- Am besten geeignet für: Unternehmen mit komplexen Landschaften, die bei der Migration kritische Funktionalitäten priorisieren wollen.
Faktoren, die bei der Auswahl zu berücksichtigen sind:
- Geschäftsziele: Was möchten Sie mit S/4HANA erreichen?
- Komplexität des bestehenden ECC-Systems: Wie stark ist es individuell angepasst?
- Budget und Zeitplan: Welche Ressourcen sind verfügbar?
- Risikotoleranz: Wie viel Disruption verträgt Ihr Unternehmen?
- IT-Landschaft: Welche anderen Systeme müssen integriert werden?
Unabhängig davon, für welchen Weg Sie sich entscheiden, sind sorgfältige Planung, Datenbereinigung und Änderungsmanagement entscheidend für eine erfolgreiche Migration zu S/4HANA.
Welche Voraussetzungen müssen vor der Umstellung von SAP ECC auf SAP S/4HANA erfüllt sein?
- Erstens muss Ihr ECC-System mit Unicode kompatibel sein, also verschiedene Zeichensätze und Sprachen verarbeiten können.
- Da S/4HANA ausschließlich auf der SAP-HANA-Datenbank läuft, müssen Sie Ihre Datenbank vor der Konvertierung migrieren.
- Jeder benutzerdefinierte Code in Ihrem ECC-System muss analysiert und zwecks Kompatibilität mit S/4HANA angepasst werden.
- Ihre Hardware- und Netzwerkinfrastruktur muss ebenfalls den Anforderungen von S/4HANA entsprechen, was möglicherweise Upgrades erfordert.
Was sind die wichtigsten Änderungen von SAP ECC zu S/4HANA?
SAP S/4HANA ist eine Neuerfindung von SAP ECC mit einer modernen Benutzeroberfläche, die für das digitale Zeitalter entwickelt wurde. Während ECC auf herkömmliche Datenbanken und eine komplexe Architektur setzt, nutzt S/4HANA die In-Memory-Leistung von SAP HANA, was eine blitzschnelle Verarbeitung und Analysen in Echtzeit ermöglicht. Die Migration von ECC6 auf S/4HANA führt zu einem vereinfachten Datenmodell, einer intuitiveren Benutzeroberfläche mit SAP Fiori und optimierten Geschäftsprozessen für gesteigerte Effizienz.
Darüber hinaus ist S/4HANA innovativ, indem es KI- und maschinelle Lernfunktionen integriert und gleichzeitig flexible Bereitstellungsoptionen bietet, die On-Premise- und Cloud-Lösungen umfassen. Insgesamt stellt S/4HANA in Bezug auf Technologie, Benutzerfreundlichkeit und Geschäftsfunktionen ein bedeutendes Upgrade dar und ermöglicht es Unternehmen, in der heutigen dynamischen Umgebung agiler und reaktionsfähiger zu sein.